Die Größe und Komplexität von Software-intensiven Systemen hat dazu geführt, dass klassische Ansätze der Informatik an ihre Grenzen stoßen und nicht weiter skalieren. Auf Grund der hohen Vernetzungs- und Interaktionsdichte können einzelne Softwaresysteme nicht isoliert betrachtet werden. Stattdessen sollten sie als Teil eines größeren IT-Ökosystems aufgefasst werden. In Analogie zu dem Begriff des Ökosystems in der Biologie, basiert ein funktionierendes IT-Ökosystem auf einem Gleichgewicht zwischen den Individuen (Autonomie) und dem Regelsystem des IT-Ökosystems (Beherrschbarkeit). Ist dieses Gleichgewicht gestört, zerbricht das IT-Ökosystem. Will man ein IT-Ökosystem erhalten und kontinuierlich weiter entwickeln, so ist es notwendig, dieses Gleichgewicht zu verstehen.
Das neue Forschungsthema IT-Ökosysteme umfasst dabei verschiedene Gebiete, wie zum Beispiel Emergenz von Systemfunktionen, Erweiterung klassischer Engineering-Ansätze, adaptive Infrastrukturen, Beherrschung semantischer Diversität und eine erweiterte Mensch-Umwelt-Maschine-Interaktion. Diese Forschungsgebiete werden in der NTH-School für IT-Ökosysteme in drei standortübergreifenden Forschungsprojekten und einem gemeinsamen Anwendungsprojekt, das als integrierender Rahmen wirkt, bearbeitet. Im Rahmen des Anwendungsprojekts wird ein Demonstrator entwickelt, der sich im Umfeld einer Smart City bewegen wird.



